Computer sind die besseren Investoren


Mithilfe von Computern kann man offenbar besser investieren. Denn die digitalen Rechenmaschinen verarbeiten parallel tausende Daten und errechnen Wahrscheinlichkeiten in mehreren Märkten gleichzeitig. David Harding hat auf diese Weise Millionen verdient. Es scheint, als sei das die Zukunft der Finanzwelt.

„Sie können Unmengen an Daten sammeln, viel mehr als ein einzelner Mensch je im Laufe seines Lebens sammeln könnte”, sagte neulich der Leiter der britischen Hedgefonds Gesellschaft Winton Capital, David Harding.

Mit der Hilfe von Computern kann die Welt viel besser und schneller verstanden werden. Man kann die Maschinen dazu benutzen, Sachverhalte zu erfassen und Probleme zu lösen, die für den Menschen allein unmöglich wären.

Digitale Hilfen wie Computer sind an der Börse bereits zum Alltag geworden. Jeder benutzt sie, denn es spart Zeit und Energie – ein Leben ohne Computer ist heute natürlich nicht mehr vorstellbar.

Doch David Harding geht noch einen Schritt weiter. Im Interview mit der Faz sagte er:

„Wir werten mit Hilfe von statistischen Modellen und Algorithmen so viele Daten aus, wie wir nur kriegen können – und leiten daraus bestimmte Muster und Zusammenhänge ab, die uns Auskunft über die künftige Preisentwicklung beispielsweise an den Rohstoffmärkten geben.“

Das Arbeiten mit dieser Technik sei nicht einfach und auch nicht fehlerfrei. Aber die Möglichkeiten sind fast unbegrenzt und die Technik stehe eigentlich noch am Anfang.

Mit Algorithmen und statistischen Analysen können Unmengen von Daten analysiert und ausgewertet Werten. Computer können mit Hilfe von Wahrscheinlichkeitsrechnungen bestimmte Ereignisse vorhersagen, oder zumindest eine prozentuale Tendenz geben.

Mensch oder Maschine?

Der Unterschied zu dem bisherigen Vorgehen ist folgender:

Normalerweise versuchen alle einen Trend zu erkennen. Jemand hat wahrscheinlich alles gut errechnet und bedacht, kann sein Geld dementsprechend mit gutem Gewissen auf einen bestimmten Verlauf wetten. Die Masse folgt dem, der die besten Aussichten verkauft.

Das Problem ist, dass man hier oft nur auf ein Pferd setzt. Das Risiko ist immer dabei: alles oder nichts.

Computer berechnen Wahrscheinlichkeiten und Trends von Tausenden verschiedenen Preisverläufen in allen möglichen Märkten. Und das gleichzeitig; in einem Bruchteil der Zeit, die Menschen dafür benötigen würden.

Die Daten und Berechnungen kann man als Wegweiser für seine Geldanlagen verwenden. Der Computer berechnet die besten Chancen und man wettet nach seiner Empfehlung auf alles Mögliche. Anders gesagt, mit Hilfe der Maschinen lässt sich sowohl an steigenden, wie auch an fallenden Kursen Gewinn machen.

Anleger kritisieren oft die Tatsache, dass so immer Geld verdient werden kann. Selbst wenn alle von einem Preisfall finanziell bedroht werden, können zuvor geschaltene Wetten darauf viel Geld einbringen.

Die Theorie der effizienten Märkte

Es gibt eine Theorie die besagt, dass alle verfügbaren Informationen in den vergangenen und aktuellen Preisen schon enthalten ist. Eugene Fama hat mit der „Theorie der effizienten Märkte” den Nobelpreis gewonnen.

Es gibt viel Kritik dieser Theorie. Vor allem Finanzblasen sind damit nicht einfach zu erklären. Auch David Harding sieht keine praxisnahen Beweise für die Richtigkeit dieser Theorie.

Wenn sie nämlich stimmen würde, wäre die Arbeit an den Computern mit digitalen Algorithmen sinnlos. Seiner Ansicht nach, ist der Markt von Menschen geschaffen und lässt sich demnach auch analysieren. Menschen machen Fehler und wer diese frühzeitig erkennt, kann darauf wetten und Geld verdienen.